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10. Juni 2026 | Mundartabend in BruchsalBruchsal

Das Konzept der Mundartabende ging auch in Brusl auf

330 Besucher in ausverkauften Saal genossen Programm mit sechs Künstlern

Geplant war ursprünglich ein Mundartabend mit 80 Besuchern in der Stadtbibliothek Bruchsal. Zum 1050-jährigen Bestehen der Stadt, unter dem Motto „Alles Gude, Brusl“. Der Heimatverein Kraichgau, der Mundartverein „Unsere Sprachheimat“ und Bruchsal organisierten das Ereignis, für das eine kostenlose Anmeldung möglich war.

Von Woche zu Woche wuchs die Resonanz. Schnell war der Umzug in den kleinen Saal des Bürgerzentrums nötig. Dass aber in den Tagen vor dem 10. Juni die Anmeldungen noch einmal durch die Decke gingen, hätte niemand gedacht. Und am Ende wurden die Künstler gemeinsam bejubelt, nachdem jeder von ihnen die Menschen beeindruckt und froh gemacht hatte: Der Kurpfälzer Liedermacher Charly Weibel schrieb extra ein Brusl-Lied, um seine humor- und gefühlvollen Stücke zu ergänzen. Brigitte Köck aus Bruchsal begeisterte mit ihrer literarisch feinen Komik, wenn sie Kleiderprobleme oder ihren Morgen im verregneten Freibad beschreibt. Die schwäbische Kabarettistin Sabine Essinger ist eine Verwandlungs- und Sprachkünstlerin, deren Kreativität staunen lässt.

Christoph Merkel aus dem Murgtal erwies sich als Gitarrenvirtuose mit modernen poetischen Texten über den Schwarzwald oder die Hängematte im Urlaub. Er war zum ersten Mal erfolgreich beim HVK dabei. Bernd Siemers aus Karlsruhe überzeugte mit seinen selbstironischen Miniaturen aus dem Alltags- und Eheleben und schrieb extra einen Text über Bruchsal. Die Moderation lag wieder bei Thomas Liebscher, der eigene Kurztexte und Sprüche beisteuerte („Liewer Brusls Kino als im TV de In­-
fan­tino“ „Statt Donald Trump liewer Woi vum Klumpp“).

Mit Liebscher, Siemers, Merkel und Weibel bildeten vier Mitglieder von „Unsere Sprachheimat. Schwätze, redde, babble“ das Gerüst des Programms. Mit Spenden beteiligten sich viele der 330 Besucher am Ausgang an den Kosten des Abends. Veronica Kerber, Co-Vorsitzen­de der Sprachheimat, war ebenso unter den Besuchern wie Anton Machauer, stellvertretender Vorsitzender des HVK.

Offiziell begrüßt wurden Bruchsals Ehrenbürger und früherer OB Bernd Doll sowie Karl-Heinz Burgey, früherer Bürgermeister von Walzbachtal und dort Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins. Die Begrüßung übernahm Ruth Birkle, ehrenamtliche OB-Stellvertreterin in Bruchsal. Sie verwies auf die reizvolle Spannung von Nähe und Fremdheit von Dialekten, die dafür sorgt, dass Menschen aufeinander zugehen und sich über Sprache verbinden. 

Aufnahmen: Hans-PeterSafranek

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